Zum Nachdenken – April 2020

06. April 2020|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – April 2020

Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat. (1. Petrus 4, 10)

Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser!

Petrus spricht hier von alltäglichen Dingen, die wir aneinander, ja für einander tun können. Dabei geht es weder um Leistungsanspruch noch um Moral. Es
„geht“ darum, dass wir uns gegenseitig im Blick haben und erkennen, was braucht der andere, womit kann ich ihm etwas Gutes tun. Aber auch, was dürfen und können andere von mir erwarten. Es müssen nicht immer große Dinge sein. Etwas Zeit, ein freundliches Wort, persönliche Zuwendung, einen Besuch oder eine Einladung oder aber auch finanzielle oder materielle Hilfe.
Der Bibelvers aus dem 1. Petrusbrief lädt uns ein, Gottes Geist in unserem Alltag zu entdecken: Jede und jeder von uns hat von Gott eine besondere Gabe erhalten. Das ist das Erste. Gott beschenkt uns! Diese Geistesgaben sind die Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit denen wir besonders begabt sind.

Eine Gabe ist immer auch eine Aufgabe. Unsre Aufgabe ist es, unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entdecken und weiter zu entwickeln. Bequemlichkeit oder gar Faulheit ist keine Gabe Gottes, eher im Gegenteil. Fördern und Fordern ist hier gefragt.

Das ist das Zweite: Ein guter Verwalter zu sein und das Anvertraute zu vermehren.

Das Dritte ist, dem Mitmenschen mit dem, was in uns steckt, ein Mitmensch zu sein. Unsere Begabungen haben wir nicht nur, damit wir selber Freude daran haben, sondern vor allem deshalb, um dem Anderen damit zu dienen, etwas von dem abgeben, was ich selbst erhalten habe.

Denn ich bin, wir sind doch alle ein von Gott geliebtes Kind, wie kann ich mich, wir uns einigeln und nur an sich selbst denken?

Norbert Prey

Zum Nachdenken – Februar 2020

02. Februar 2020|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – Februar 2020

Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte. (1.Kor 7,23)

Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser!

es ist uns in unserer Zeit nicht mehr so vor Augen wie zur Zeit von Paulus, was es bedeutet, ein Sklave oder ein Knecht zu sein und völlig unter der Macht einer anderen Person zu stehen. Und doch gibt es heutzutage mehr Sklaven als je zuvor- wer einmal beim „Walk For Freedom“ dabei war, bekommt einen Eindruck davon, wie viele Menschen auch heute noch in Sklaverei leben. Darauf dürfen wir aufmerksam machen und etwas dazu beitragen, dass auch andere „nicht der Menschen Knechte“ werden.

Aber was heißt das darüber hinaus für uns persönlich? Folgende Fragen können uns dabei helfen, zu erkennen, wo wir „der Menschen Knechte“ werden:
– In welchem Lebensbereich ist mir das Ansehen bei den Menschen wichtiger als das Ansehen bei Gott?
– Wo möchte ich Eindruck machen auf Menschen mit dem, was ich tue oder nicht tue?
– Was „muss“ ich mir kaufen und besitzen, um „in“ zu sein?
– Wo lasse ich zu viel Kontrolle und Druck zu und versklave mich anderen Menschen oder der Arbeit auf eine nicht gesunde Art und Weise?
– Wo schweige ich um des Friedens Willen oder aus Angst, obwohl eine Stellungnahme angebracht wäre?
– Oder andersherum: Wo trage ich dazu bei, dass andere in meiner Gegenwart nicht frei sind, sondern sich verbiegen, um mir zu gefallen?

Es lohnt sich, diese Fragen mal in einem ehrlichen Gespräch vielleicht auch mit Zettel und Stift und etwas Zeit mit Gott zu bewegen. Wir brauchen nicht bei der Erschütterung stehen zu bleiben, die wir gewöhnlicherweise haben, wenn Gott uns in Seiner Liebe die Wahrheit über uns aufdeckt, denn die Wahrheit macht frei (Johannes 8,32)!

Paulus schreibt: „Ihr seid teuer erkauft.“ Gott hat uns freigekauft. Jesus ist für deine und meine Schuld gestorben, sein Blut ist geflossen. ER hat unsere Schuld auf sich genommen, damit wir frei sind.

Frei, um Gott als Vater zu begegnen und in eine Liebesbeziehung zu Ihm einzutreten. Frei, um Fehler machen zu dürfen und Korrektur anzunehmen. Frei, um selbst Vergebung zu empfangen und anderen zu vergeben. Frei, um mutig dahinzuschauen, wo wir uns anderen Menschen versklaven und mit Gottes Hilfe austreten können und lernen dürfen, ein Leben unter Seiner liebevollen Herrschaft zu führen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir mehr und mehr in die Freiheit treten, die Gott schon längst vorbereitet hat.

Andrea Offe

Zum Nachdenken – Dezember 2019

07. Dezember 2019|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – Dezember 2019

Ich glaube; hilf meinem Unglauben! (Markus 9,24)

Wir glauben, und das schon seit vielen Jahren- oder auch erst seit kurzem. Doch Zweifel, Untreue, Schwäche und Versagen begleiten unseren Lebensweg. Nicht, dass wir das suchen oder einplanen, aber es gehört zu unserem Leben dazu. Es nagen die Fragen an uns, wie oder was wird werden. Da ist die niederschmetternde Diagnose, die noch ungewisse Zukunft für unser Kind, die Enttäuschung über Freunde, das kaum zu bewältigende Arbeitspensum, unbezahlte Rechnungen…
Ich glaube. Aber Gott – wann greifst du ein? Werde ich gesund? Schaffe ich das alles? Wie komme ich über die Runden? Wie lange soll das noch so gehen? Fragen, über die der Vater in dem Bericht über seinen mit epileptischen Anfällen behafteten Sohn sicher grübelte. Die Jünger Jesu
konnten der Bitte des Vaters nach Heilung nicht nachkommen. Und Jesus findet deutliche Worte: Ihr Ungläubigen!
In seiner verzweifelten Situation bittet der Vater Jesus um Hilfe: „Wenn du kannst…“. Und Jesus erwidert: „Du sagst: Wenn du kannst – alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“
In allem geschenkten Glauben kommt auch der menschliche Zweifel zum Ausdruck des bittenden Vaters: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben.“ Ich wünsche uns für das gemeinsame Unterwegssein im Jahr 2020 einen Glauben, der sich an den unendlichen Möglichkeiten Gottes orientiert
und damit meinen Unglauben besiegt.
Machen wir diese Bitte „Ich glaube; hilf meinen Unglauben“ doch zu einem täglichen Gebet. Sie wird unseren Blick schärfen für Gottes Möglichkeiten.

Markus Mosch

Zum Nachdenken – Oktober 2019

12. Oktober 2019|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – Oktober 2019

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt (Hiob 19, 25)

Wo begegnet uns der Begriff „Erlösung“ eigentlich heute noch im täglichen Sprachgebrauch? Mir fällt spontan der Ausgleich in letzter Minute im Fußball ein, der die drohende Niederlage und vielleicht ein Ausscheiden aus einem wichtigen Wettbewerb verhindert.

Eine gewichtigere Verwendung finden wir in Situationen, in denen Menschen nach schwerer Krankheit und vielleicht auch großen Schmerzen versterben. Hier sehen wir ihren Tod oft als Erlösung aus ihrer Situation des Leidens an.

Im christlichen Sinne wird er öffentlich häufig nur noch von eher extremen Personen gebraucht, so wie jener Mann, der neulich ungefragt einen ganzen S-Bahn Waggon „zugepredigt“ hat.

Das Bekenntnis im Monatsvers für November – obwohl es ja einen sehr neutestamentlichen Klang hat, stammt von Hiob aus dem Alten Testament. Er wurde mit Schicksalsschlägen geradezu überhäuft, die ihn durch die sprichwörtlich gewordenen Hiobs-Botschaften erreichten. Dabei war er sich keiner Schuld in seinem Leben bewusst und wird in der Bibel als fromm, rechtschaffen und gottesfürchtig beschrieben. Seine engsten Freunde wollen ihm einreden, dass es wohl doch verborgene Schuld in seinem Leben geben müsse – doch Hiob weißt das zurück. Aber er verzweifelt fast an seinem Ergehen und ringt mit seinem Glauben an Gott, dessen Zulassen und Handeln er in diesem Moment einfach nicht verstehen kann.
Doch mitten in dieser wolkenverhangenen Situation bricht wie ein Lichtstrahl dieses Bekenntnis hindurch, in dem sich Hiob an Gott selbst wendet und ihn um Verteidigung und Erlösung anruft. Hier macht sich sein Glaube fest daran, dass Gott selbst als sein persönlicher Erlöser eingreifen und ihm letztendlich zur Seite stehen wird.

Was die Menschen des Alten Testamentes nur als prophetische Voraussage mit Blick auf den Messias kannten, dürfen wir heute auf Basis des Neuen Testamentes als feste Zusage und – hoffentlich auch als unser eigenes Bekenntnis über Jesus Christus, den lebendigen Gottessohn aussprechen: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt! Er ist doch in jeder Hinsicht unser Retter und Befreier, dem wir als Christen nachfolgen wollen. Das gibt unserem Leben einen tiefen Sinn und Halt und bewahrt uns auch davor, menschlichen „Erlösern“, die uns in vielerlei Gestalt angeboten werden, auf den Leim zu gehen.

Ich wünsche uns dieses tiefe Vertrauen auf Jesus, das uns auch in den Schattenseiten unseres Lebens tragen kann! Lasst uns das fröhlich bekennen, ohne dass wir es anderen Menschen aufzuzwingen müssen.

Euer Henning Knautz

Zum Nachdenken – August 2019

01. August 2019|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – August 2019

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe (Matthäus 10,7)

Als Kind beauftragte mich meine Mutter, meine Geschwister und meinen Vater zum Essen zu rufen. Also zog ich durchs Haus und überbrachte die gute Nachricht, dass es Essen gibt, meinem Vater und meinen Geschwistern.
Das Losgehen und Verbreiten einer Botschaft ist das, wozu wir als Christen und als christliche Gemeinde beauftragt sind. Wir sind im Namen unseres Herrn unterwegs. Jesus
Christus befähigt uns dazu.
Damals ermächtigte Jesus seine Jünger, die unreinen Geister auszutreiben. Auch heilten sie die Menschen von ihren Krankheiten und ihrer Gebrochenheit. Das heißt, sie brachten das Licht Jesu in die Verlorenheit der Menschen. Durch die Jünger kam Jesu Macht zum Vorschein. Jesus möchte dich und mich dazu gebrauchen. Wir müssen nur bereit sein, dem Auftrag Jesu Folge zu leisten. Egal, ob ich als Christ im Alltag unterwegs bin oder im Namen der Gemeinde. Erzählen wir doch von dem, wovon unser Herz voll ist: Dass Jesus uns ganz nah ist. Dass ER uns liebt. Dass ER sich um uns sorgt. Zeigen wir anderen Menschen auf, wo sie von der Güte Gottes leben, vielleicht ohne es zu wissen. Reden wir freimütig von dem, dass Jesus rettet und ewiges Leben schenkt. Erzählen wir Anderen von dem Gottesdienst am Sonntag, von der Gemeinschaft mit anderen Christen, von persönlichen Erlebnissen… – denn das Himmelreich ist nahe. In Jesus ist es mitten unter uns.

Markus Mosch

Zum Nachdenken – Juni 2019

23. Mai 2019|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – Juni 2019

Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. 1 Joh. 4,16. (1. Johannes 4, 16)

Ein unbedachtes Wort, in der Erregung ausgesprochen, kann eine ganze Existenz zunichte machen. Um dieses zu wissen, muss man nicht erst Christ sein, bzw. Christ werden.
Unabhängig von jeder Gesinnung oder Weltanschauung, trifft diese schmerzliche Einsicht oder auch Erkenntnis jeden Menschen. Doch leider wird dieses immer wieder missachtet und das gilt natürlich auch für uns. Wenn wir zu viel reden und zu wenig zuhören, geben wir anderen Menschen zu verstehen, dass wir unsere Ideen, unser Handeln für wichtiger halten als ihre.
Deshalb erinnert uns Jakobus in seinem Brief daran, dass das Wort des Evangeliums uns eine andere Richtung vorgibt. Es passt einfach nicht zusammen, als Christ Vertreter der Liebe und Wahrheit Gottes zu sein und sich im nächsten Augenblick im Zorn zu vergessen. Alles kommt darauf
an, den guten Samen des Wortes, der in euch „gepflanzt ist“, aufgehen und sich davon erfüllen zu lassen. Das läuft leider nicht von selbst. Man muss (wir müssen) es sich immer wieder bewusstmachen und vor Gott bringen. Damit diese aber nicht nur bei der guten Absicht bleibt, ist der Kontakt, das Gespräch mit Gott und unseren Mitmenschen unersetzlich. Erst dann kann sich unser Verhalten wirklich verändern.

Norbert Prey