Zum Nachdenken – August 2021

26. Juli 2021|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – August 2021

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt‘s in einen löchrigen Beutel. Warum das?, spricht der Herr Zebaoth. Weil mein Haus so wüst dasteht; ihr aber eilt, ein jeder für sein Haus zu sorgen.
(Haggai 6,6.9)

Würden wir uns in der Gemeinde über die Prioritäten in unserem Leben unterhalten, stünde bei den meisten wohl der Dienst für Gott an erster Stelle.
Tatsächlich stelle ich aber in meinem Leben fest, dass ich mehr Zeit in unseren eigenen Garten investiere als in den des Gemeindehauses; oder dass ich zwar gerne Zeit mit Familie und Freunden verbringe, es mir aber nicht so leicht fällt bei den Menschen, denen wir als Jesu Nachfolger nach Matthäus 25,31‐40 dienen sollten.
Das Volk Israel wurde im Jahr 538 v.Chr. von König Kyros zurück nach Jerusalem geschickt, um den Tempel wieder auszubauen. Sie machten sich zwar an die Arbeit, gaben aber schnell durch äußeren Widerstand und fehlende Motivation wieder auf. Stattdessen konzentrierten sie sich darauf, ihre eigenen Häuser gemütlich auszubauen, während Gottes Haus noch in Trümmern lag. Deshalb entging ihnen der Segen Gottes.
Haggais Botschaft fordert die Israeliten auf, die Werte und Prioritäten ihres Lebens neu zu überdenken. Auch wir sind aufgefordert uns zu fragen, woran unser Herz hängt, wofür wir unsere Zeit, unser Geld, unsere Begabungen, unsere Kraft einsetzen.
Ich bin sicher: wenn wir einmal vor Gott stehen, werden wir uns nicht wünschen, mehr Geld für Klamotten und Handys ausgeben, mehr Urlaub gemacht oder unser Haus häufiger geputzt zu haben. Wahrscheinlich werden wir uns aber wünschen, wir hätten mehr von unserer Zeit und Energie für die Dinge und für die Menschen eingesetzt , die Gott wichtig sind!
Sind wir bereit, für die Gemeinschaft mit Jesus und seinen Segen alle vergänglichen Dinge in ihrer Wichtigkeit herabzustufen?
In Haggai 2,18.19 verspricht Gott seinem Volk Segen, sobald es sich an die Arbeit für den Tempel macht: „Achtet doch darauf, was von diesem Tage an geschieht – vom vierundzwanzigsten Tage des neunten Monats an –, nämlich von dem Tag an, da der Tempel des Herrn gegründet wurde! Achtet darauf: noch liegt das Saatgut in der Scheune, noch haben Weinstock, Feigenbaum, Granatapfel und Ölbaum nicht getragen; aber von diesem Tage an will ich Segen geben.

Antje Balack
 
Bild: Vernachlässigte Kirche in Portugal (W. Petersen)

Antje Balack

Zum Nachdenken – Juni 2021

07. Juni 2021|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – Juni 2021

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
(Apostelgeschichte 5,29)

Das sagten Petrus und die Apostel, als sie vom Hohen Priester und den Sadduzäern zur Rede gestellt wurden, weil sie trotz des Befehls „nie wieder im Namen Jesu Christi zu lehren“ im Tempelbezirk das Volk lehrten. Sie waren deswegen ins Gefängnis geworfen worden, doch ein Engel hatte sie dort herausgeholt und den Auftrag gegeben, den Menschen im Tempel „die Botschaft des Lebens“ (V. 20) zu verkündigen.

Diesen Auftrag wollten sie erfüllen wohlwissend, dass sie sich damit Feinde machten. Später wurden sie dafür ausgepeitscht (V. 41) und verließen trotzdem den Hohen Rat voller Freude darüber, dass sie für den Namen von Jesus leiden durften. Sie wurden ausgepeitscht und sind voller Freude darüber!!

Sie sehen das große Ganze, stellen sich demütig darunter, weil die Priorität nicht war, ein möglichst angenehmes Leben zu führen, sondern Gottes Auftrag auszuführen. Der Glaube durfte sie etwas kosten. Es wäre völlig verständlich, wenn Petrus und die Apostel sich gedemütigt gefühlt hätten durch die Schläge, aber sie haben „das Schild des Glaubens“ hingehalten. Aber sie haben geglaubt und vertraut, dass Gott trotzdem Gutes im Sinn hat und fühlten sich geehrt, weil sie für Jesus leiden durften.

Diese Haltung hat ihr Inneres geschützt und so hatten sie die Kraft, wirklich Gott mehr zu gehorchen als den Menschen. Und diese Haltung lässt bei ihnen einen tiefen inneren Frieden wachsen.

Heute in dieser Zeit ist dieser Vers nach wie vor aktuell. Es geht darum, den Auftrag auszuführen, den Jesus uns allen gegeben hat: „Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alle Gebote zu halten, die ich euch gegeben habe“ (Mt. 28,19.20).

Das ist eine große Aufgabe, die Gott der ganzen Gemeinde aufgetragen hat. Erst einmal geht es darum, dass du und ich Gott gehorchen und das heißt vielleicht:

  • Steh auf vom Sofa der Bequemlichkeit und des wachsenden Abstandes und steig aus dem (vielleicht jahrelangen) Rückzug aus.
  • Pflege (wieder) Beziehungen.
  • Nimm den von Gott zugewiesenen Platz in der Gemeinde ein sei es als Finger, Bein, Niere… Dich gibt es nur einmal und das hat Gott extra so gemacht.
  • Sage „Die Botschaft des Lebens“ (V. 20) weiter.
  • Studiere nicht in erster Linie Inzidenzzahlen, sondern Gottes Wort und die Au sagen über die Endzeit und überlasse das nicht (nur) den Profis.
  • Sei wachsam und lebe in und aus enger Beziehung zu Jesus.
  • Lass dir ein lebendiges Gebetsleben schenken, indem Gott auch entsprechen den Raum zum Reden bekommt und nicht nur du.

Und dann können du und ich erkennen, wo es ganz konkret darum geht, „Gott mehr zu gehorchen als den Menschen“.

Möge Gott uns immer wieder neu den Blick auf das große Ganze und die Bereitschaft der Apostel schenken, dass Glaube etwas kosten darf!

Andrea Offe

Zum Nachdenken – März 2021

06. Februar 2021|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – März 2021

Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!
(Lukas 10,20)

Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser!

Wie oft erleben wir es in unserem Alltag, dass es darauf ankommt, dass unser Name in irgendeiner Liste oder Datei aufgeführt sein muss, um etwas in Anspruch nehmen zu können oder Zugang zu einer Sache zu bekommen. Sei es für die Teilnahme an einem Kursus, bei Computer-Zugangsberechtigungen oder – gerade in diesen Tagen – die Möglichkeit, eine Impfung zu erhalten. Manchmal ist es mit erheblichem Aufwand verbunden, damit unser Name an der richtigen Stelle „verzeichnet“ ist. Wir kennen es ja alle, dass das gelegentlich auch mal schiefgeht: So erhielt ich im Alter von Mitte 20 einmal völlig unerwartet die Einladung zur Teilnahme an einer christlichen Seniorenfreizeit. Nach meiner überraschten Rückfrage erklärte man mir, mein Name sei in einer falschen Datei gelandet.

Im obigen Bibelvers aus dem Lukasevangelium wendet sich Jesus mit diesem Satz an seine Jünger, die er jeweils zu zweit in zahlreiche Orte geschickt hatte, um die Botschaft vom Reich Gottes zu verkündigen. Mit Jesu Wirken kam es zu den Menschen – und wurde sichtbar durch das, was seine Jünger in seinem Namen an Wundern vollbringen durften. Diese waren regelrecht aus dem Häuschen über das, was sie erlebt hatten – doch Jesus holt sie auf den Boden zurück und lenkt ihren Blick auf das Wesentliche: Nicht die großartigen geistlichen Gaben – auch wenn sie von Gott gegeben waren – sollten das Zentrum ihrer Freude sein.

Vielmehr sollten sie ihren Blick auf das Entscheidende richten: Dadurch, dass Jesus sie in seine Nachfolge gerufen hatte, stand ihnen im wahrsten Sinne des Wortes der Himmel offen!

Stehen wir nicht als Christen manchmal in der Gefahr, unseren Blick nur noch auf geistliche oder andere Gaben und Erfahrungen zu richten und uns möglicherweise darauf etwas einzubilden? Es bleiben doch alles Geschenke unseres Herrn, die er zum Nutzen seines Reiches einsetzen will.

Vielmehr sollen unsere Freude und unser Staunen darüber wachsen, dass er uns mit all unseren Fehlern und Macken in seine Nachfolge gerufen hat. Denn damit eröffnet er uns den Zugang zu einem Ziel, das wir selbst auch mit dem allergrößten Aufwand nicht erreicht hätten. Deshalb möchte ich mich von dieser schlichten Freude erfüllen lassen, dass mein Name im Himmel verzeichnet ist. Und jeder/jede ist hierzu eingeladen!

Henning Knautz

Zum Nachdenken – Dezember 2020

15. Dezember 2020|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – Dezember 2020

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
(Lukas 6,36)

Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser!

Ich weiß nicht, wie es euch damit geht, aber für mich verging dieses Jahr sehr schnell. Der letzte Monat ist angebrochen. Seit März haben wir mit Covid19 zu
kämpfen. Es gab Einschnitte im Gemeindeleben, Höhen und Tiefen reichten sich die Hand.

Für mich und andere lief die Arbeit einfach „anders“ weiter. Andere mussten Kurzarbeit anmelden, oder haben im schlimmsten Fall ihre Arbeit verloren. Und je nachdem was wir erlebt haben, sind wir barmherziger oder hartherziger geworden.

Schauen wir auf Jesus. ER begegnet uns und verfährt barmherzig mit uns. Unvoreingenommen schenkt sich Jesus uns Menschen. In seiner Liebe zu uns Menschen überschüttet ER uns mit seiner Barmherzigkeit. ER hätte allen Grund, uns widerspenstige Menschen in die Schranken zu weisen. Doch ER steht da und breitet seine Arme aus um uns zu umarmen; barmherzige Umarmungen Gottes.

Dieses Jahr hat uns vielleicht gelehrt, mehr hinzuschauen, was mein Nächster braucht. Und wonach sich die Menschen sich sehnen sind Umarmungen. Umarmungen der Barmherzigkeit: nette Gesten, ein Gespräch oder eine Begegnung mit 1,50 Abstand, ein Anruf, ein Brief, ein Spaziergang…
Ich möchte noch viel barmherziger werden. Mit einem US-Präsidenten der nicht geht, mit Verordnungen zu Covid19, mit Corona-Gegnern und -Leugnern, mit Menschen ohne Jesus, mit mir selbst…

Darauf möchte ich mich einlassen: Immer wieder neu zu sehen, wie barmherzig mir Gott in Jesus begegnet. Tag für Tag schaut ER mich mit Retterliebe und einem Retterherz an. Von IHM möchte ich lernen, meinen Nächsten ebenfalls barmherzig anzusehen und entsprechend zu handeln. Macht ihr mit?

Gott schenke uns dazu seinen Segen.
Markus Mosch

Zum Nachdenken – Oktober 2020

25. September 2020|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – Oktober 2020

Seid um das Wohl der Städte besorgt, in die ich euch verbannt habe und betet für sie. Denn wenn es ihnen gut geht, dann geht es euch auch gut. (Jeremia 29,7)

Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser!

Was ist gerade das Beste für uns, unsere Stadt, die Welt? Masken tragen? Oder keine Masken tragen? Noch nicht einmal darüber sind wir uns alle einig. Trotzdem ist unsere Regierung dafür zuständig, angemessene Verhaltensmaßregeln anzusagen und durchzusetzen. – Kein leichter Job! Jeremia schrieb zu seiner Zeit seinen Brief an Menschen im Exil. Nach einem verlorenen Krieg waren sie verbannt worden und lebten in der Fremde unter feindlicher Führung.

„Suchet dieser Stadt Bestes!“
Aber mit dieser Stadt steht es nicht zum Besten. Es ist Babylon und ist der Ort der Verbannung der besiegten Judäer. Fremde Götter scheinen die Welt zu beherrschen. Aber sollen sich die Judäer ihrer Trauer oder den Göttern der neuen Herren ergeben? Keins von beiden rät hier Jeremia. Es genügt nicht, an den Wassern von Babel zu sitzen und zu trauern. Denn Gott wird sich seinem Volk selbst in der Fremde als Herr erweisen. Das Gebet zu ihm ist ein Zeichen des geistlichen Widerstandes, aber auch die Fürsorge für die fremde Stadt, denn sie hat es nötig. Auch wenn der Rat von Jeremia etwas ungewöhnlich klingt, war er doch erfolgreich. Jahre später konnten die einst so hilflosen Judäer von Babylon aus ihre Brüder und Schwestern in Jerusalem tatkräftig unterstützen, ja sogar den Tempel dort wieder neu aufbauen zu lassen. Die Judäer hatten selbst eine geachtete Stellung in der Stadt der Sieger erhalten, obwohl, oder besser gesagt, weil sie dem Gott der Väter treu geblieben waren.

Norbert Prey

Zum Nachdenken – August 2020

19. August 2020|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – August 2020

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser!

Dieser Psalm Davids ist sicher vielen von Euch bekannt. David erkennt, dass Gott überall ist. Ja, dass er sich nirgends vor ihm verstecken kann. Für manch einen klingt das Angst machend – nach totaler Überwachung. Schlimmer als jede Überwachungsorganisation.
Doch für David scheint da etwas Tröstendes drin zu stecken. So wie Eltern ihre Kinder beobachten und versuchen sie zu begleiten und manchmal zu führen, so beobachtet und begleitet auch Gott seine Kinder. Nicht um zu strafen, sondern aus reiner Liebe.
David erkennt an, dass Gott über alles herrscht und wacht. Dass Er auf David Acht hat. Dass David Ihm nicht egal ist. Denn im Mutterleib hat Er David gebildet. David war Ihm bereits dort nicht verborgen. Und Er sah David schon fertig, als er noch unfertig war. Davids Erkenntnis mündet in Dank und Ehrfurcht. In der „Gute Nachricht Bibel“ lautet der 14. Vers: „Dafür danke ich dir, es erfüllt mich mit Ehrfurcht. An mir selbst erkenne ich: Alle deine Taten sind Wunder!“
Mir geht dieses Bekenntnis Davids nicht immer leicht über die Lippen. Es fällt mir schwer, mich mit dem Wort „wunderbar“ zu verknüpfen. Doch würde dieser Text wohl nicht in der Bibel stehen, wenn er nicht auch für uns geschrieben und gelten würde. Und so lese ich das Gesagte einmal in der Ich-Form. Lies es doch auch einmal so – für Dich:
Ich erkenne an, dass Gott über alles herrscht und wacht. Das Er auf mich Acht hat. Dass ich Ihm nicht egal bin. Denn im Mutterleib hat Er mich gebildet. Ich war Ihm bereits dort nicht verborgen. Und Er sah mich schon fertig, als ich noch unfertig war. Meine Erkenntnis mündet in Dank und Ehrfurcht.
So übernehme ich diese Worte für mich: „Dafür danke ich dir, es erfüllt mich mit Ehrfurcht. An mir selbst erkenne ich: Alle deine Taten sind Wunder!“
So wünsche ich Euch wunderbaren Menschen den reichen Segen unseres wunderbaren Gottes.

Orge Balack