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Zum Nachdenken – Oktober 2019

12. Oktober 2019|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – Oktober 2019

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt (Hiob 19, 25)

Wo begegnet uns der Begriff „Erlösung“ eigentlich heute noch im täglichen Sprachgebrauch? Mir fällt spontan der Ausgleich in letzter Minute im Fußball ein, der die drohende Niederlage und vielleicht ein Ausscheiden aus einem wichtigen Wettbewerb verhindert.

Eine gewichtigere Verwendung finden wir in Situationen, in denen Menschen nach schwerer Krankheit und vielleicht auch großen Schmerzen versterben. Hier sehen wir ihren Tod oft als Erlösung aus ihrer Situation des Leidens an.

Im christlichen Sinne wird er öffentlich häufig nur noch von eher extremen Personen gebraucht, so wie jener Mann, der neulich ungefragt einen ganzen S-Bahn Waggon „zugepredigt“ hat.

Das Bekenntnis im Monatsvers für November – obwohl es ja einen sehr neutestamentlichen Klang hat, stammt von Hiob aus dem Alten Testament. Er wurde mit Schicksalsschlägen geradezu überhäuft, die ihn durch die sprichwörtlich gewordenen Hiobs-Botschaften erreichten. Dabei war er sich keiner Schuld in seinem Leben bewusst und wird in der Bibel als fromm, rechtschaffen und gottesfürchtig beschrieben. Seine engsten Freunde wollen ihm einreden, dass es wohl doch verborgene Schuld in seinem Leben geben müsse – doch Hiob weißt das zurück. Aber er verzweifelt fast an seinem Ergehen und ringt mit seinem Glauben an Gott, dessen Zulassen und Handeln er in diesem Moment einfach nicht verstehen kann.
Doch mitten in dieser wolkenverhangenen Situation bricht wie ein Lichtstrahl dieses Bekenntnis hindurch, in dem sich Hiob an Gott selbst wendet und ihn um Verteidigung und Erlösung anruft. Hier macht sich sein Glaube fest daran, dass Gott selbst als sein persönlicher Erlöser eingreifen und ihm letztendlich zur Seite stehen wird.

Was die Menschen des Alten Testamentes nur als prophetische Voraussage mit Blick auf den Messias kannten, dürfen wir heute auf Basis des Neuen Testamentes als feste Zusage und – hoffentlich auch als unser eigenes Bekenntnis über Jesus Christus, den lebendigen Gottessohn aussprechen: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt! Er ist doch in jeder Hinsicht unser Retter und Befreier, dem wir als Christen nachfolgen wollen. Das gibt unserem Leben einen tiefen Sinn und Halt und bewahrt uns auch davor, menschlichen „Erlösern“, die uns in vielerlei Gestalt angeboten werden, auf den Leim zu gehen.

Ich wünsche uns dieses tiefe Vertrauen auf Jesus, das uns auch in den Schattenseiten unseres Lebens tragen kann! Lasst uns das fröhlich bekennen, ohne dass wir es anderen Menschen aufzuzwingen müssen.

Euer Henning Knautz

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Zum Nachdenken – August 2019

01. August 2019|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – August 2019

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe (Matthäus 10,7)

Als Kind beauftragte mich meine Mutter, meine Geschwister und meinen Vater zum Essen zu rufen. Also zog ich durchs Haus und überbrachte die gute Nachricht, dass es Essen gibt, meinem Vater und meinen Geschwistern.
Das Losgehen und Verbreiten einer Botschaft ist das, wozu wir als Christen und als christliche Gemeinde beauftragt sind. Wir sind im Namen unseres Herrn unterwegs. Jesus
Christus befähigt uns dazu.
Damals ermächtigte Jesus seine Jünger, die unreinen Geister auszutreiben. Auch heilten sie die Menschen von ihren Krankheiten und ihrer Gebrochenheit. Das heißt, sie brachten das Licht Jesu in die Verlorenheit der Menschen. Durch die Jünger kam Jesu Macht zum Vorschein. Jesus möchte dich und mich dazu gebrauchen. Wir müssen nur bereit sein, dem Auftrag Jesu Folge zu leisten. Egal, ob ich als Christ im Alltag unterwegs bin oder im Namen der Gemeinde. Erzählen wir doch von dem, wovon unser Herz voll ist: Dass Jesus uns ganz nah ist. Dass ER uns liebt. Dass ER sich um uns sorgt. Zeigen wir anderen Menschen auf, wo sie von der Güte Gottes leben, vielleicht ohne es zu wissen. Reden wir freimütig von dem, dass Jesus rettet und ewiges Leben schenkt. Erzählen wir Anderen von dem Gottesdienst am Sonntag, von der Gemeinschaft mit anderen Christen, von persönlichen Erlebnissen… – denn das Himmelreich ist nahe. In Jesus ist es mitten unter uns.

Markus Mosch

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Zum Nachdenken – Juni 2019

23. Mai 2019|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – Juni 2019

Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. 1 Joh. 4,16. (1. Johannes 4, 16)

Ein unbedachtes Wort, in der Erregung ausgesprochen, kann eine ganze Existenz zunichte machen. Um dieses zu wissen, muss man nicht erst Christ sein, bzw. Christ werden.
Unabhängig von jeder Gesinnung oder Weltanschauung, trifft diese schmerzliche Einsicht oder auch Erkenntnis jeden Menschen. Doch leider wird dieses immer wieder missachtet und das gilt natürlich auch für uns. Wenn wir zu viel reden und zu wenig zuhören, geben wir anderen Menschen zu verstehen, dass wir unsere Ideen, unser Handeln für wichtiger halten als ihre.
Deshalb erinnert uns Jakobus in seinem Brief daran, dass das Wort des Evangeliums uns eine andere Richtung vorgibt. Es passt einfach nicht zusammen, als Christ Vertreter der Liebe und Wahrheit Gottes zu sein und sich im nächsten Augenblick im Zorn zu vergessen. Alles kommt darauf
an, den guten Samen des Wortes, der in euch „gepflanzt ist“, aufgehen und sich davon erfüllen zu lassen. Das läuft leider nicht von selbst. Man muss (wir müssen) es sich immer wieder bewusstmachen und vor Gott bringen. Damit diese aber nicht nur bei der guten Absicht bleibt, ist der Kontakt, das Gespräch mit Gott und unseren Mitmenschen unersetzlich. Erst dann kann sich unser Verhalten wirklich verändern.

Norbert Prey

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Zum Nachdenken – Oktober 2018

05. Oktober 2018|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – Oktober 2018

Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen. (Psalm 38,10)

Es ist doch merkwürdig, wie wenig sich die Welt geändert hat seit der Zeit Davids. Wir werden hier unerwartet Zeugen eines Gesprächs zwischen David und seinem (unserem) himmlischen Vater. Aber haben diese über 3000 Jahre alten Worte für uns heute noch eine Bedeutung?
Für mich zeigt sich in diesem Psalm wieder eine wundervolle Geschichte, wie Gott und Mensch mit Schuld umgehen. Denn die Sünde macht David schwer zu schaffen. Sein Gewissen klagt ihn an; es waren die beschriebenen Pfeile Gottes, die in ihm steckten (V3). Doch statt Gott anzuklagen, steht David für sein eigenes Vergehen, für sein eigenes Tun ein; er gibt seine Schuld unumwunden zu. Zugleich lässt David nicht ab von Gott, er setzt alle Hoffnung auf die Vergebung Gottes.
Auch wir Menschen im 21. Jahrhundert sind nicht frei von Schuld, Verzweiflung und Leid. Am Beispiel Davids sehe ich, wie auch ein bedeutender, von Gott gesegneter Mensch schuldig werden kann. Blicken wir heute in die „Welt dort draußen“, nehmen wir unendlich viel ‚Seufzen‘ in Form von Elend, Angst, Hass, Zerstörung, Ungerechtigkeit und Katastrophen wahr. Viele Menschen zerbrechen an ihrem Schicksal, müssen psychotherapeutisch behandelt werden oder setzen ihrem Leben selbst ein Ende. Der gefallene David öffnet sich für Gott, bringt ihm seine Schuld und lässt in unerschütterlichem Vertrauen und Gebet nicht von Gott ab. Seine Erlösung, seine Heilung, erhofft er sich nur von Gott.
Auch wir dürfen darauf vertrauen, dass unsere Schuld, unsere Fehltritte vergeben werden, wenn wir uns an Gott wenden, uns öffnen mit all unserem Sehnen in der Gewissheit, dass vor Gott kein Seufzen verborgen bleibt, er sieht in unser Herz.David sagt hier: Mein Seufzen bleibt dir nicht verborgen. Und damit zeigt er uns einen begehbaren Weg. Wir dürfen vor Gott seufzen, wir dürfen unser Unvermögen, unsere Kraftlosigkeit vor ihn bringen. Denn er ist immer noch unser Vater im Himmel.
Im Vater Unser lehrt uns Jesus die Bitte ‚Und vergib uns unsere Schuld‘. Aus der erfahrenen Vergebung sollen auch wir vergeben.„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6,36).
Möge uns dieser Aufruf Jesu bei all unseren Begegnungen leiten und führen.

Norbert Prey

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Zum Nachdenken – August 2018

14. August 2018|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – August 2018

Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. 1 Joh. 4,16. (1. Johannes 4, 16)

Mit dem „lieben Gott“ haben zahlreiche Menschen ein Problem. Für manche ist es so, dass sie die vielen schreckliche Dinge in dieser Welt oder auch in ihrem eigenen Erleben nicht mit ihrem dahinterstehenden Bild von Gott in Einklang bekommen und meinen, sie können Gott dafür auf die Anklagebank setzen. Die Frage ist jedoch, ob dieses Bild übereinstimmt mit dem Wesen Gottes, wie es quer durch die ganze Bibel, aber auch im Abschnitt des obigen Bibelverses beschrieben wird.
Johannes spricht in diesem Vers eben nicht vom „lieben Gott“ als einem harmlosen und kraftlosen Wesen irgendwo da oben. Vielmehr beschreibt er den Kern seines Wesens – sprich die hervorragende Eigenschaft des lebendigen allmächtigen Gottes, bei dem Liebe nicht nur aus schönen Worten sondern aus der helfenden Tat besteht. So beschreibt Johannes zum Beispiel, wie diese Liebe im Kommen seines Sohnes Jesus in diese Welt konkret und greifbar geworden ist. Gott kommt uns entgegen und riskiert etwas – nein alles für uns: Das Leben seines Sohnes.
Darin hat unser Glaube seine Wurzel, dass Gott bereits gehandelt hat und alles für uns eingesetzt hat, als wir von ihm noch gar nichts wissen wollten. Wenn ich mich in dieser seiner Liebe angenommen und geborgen weiß, dann kann ich ihm auch meine Nöte, Sorgen und Verzweiflung hinlegen, auch und gerade wenn ich sein Handeln nicht verstehe. Dass Gottes Liebe auch ein Ort des Schutzes in solchen herausfordernden Zeiten ist, können viele Menschen aus eigener Erfahrung bezeugen.
Johannes aber bleibt in diesem Zusammenhang nicht bei der Liebe Gottes und unserer Liebe zu ihm stehen. Wenn Gottes Wesen Liebe ist und wir als Nachfolger Jesu von seiner Liebe und seiner Vergebung leben, dann hat das unmittelbare Konsequenzen auf die Beziehung von Mensch zu Mensch. „Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben“ – so schreibt es Johannes in Vers 11 des gleichen Kapitels.
Dies Liebe zieht Kreise – in der Gemeinde, bei den Menschen unserer Umgebung aber auch denen gegenüber, die uns nicht wohlgesonnen sind. Das können wir nicht aus eigener Kraft, nur wenn wir immer wieder neu Gottes Liebe tanken, kann er liebevolles Handeln in uns bewirken. Gott erfülle uns reichlich mit seiner Liebe und verankere uns immer mehr darin, damit wir davon weitergeben an diejenigen, die sie besonders nötig haben.

Henning Knautz

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Zum Nachdenken – April 2018

02. April 2018|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – April 2018

Jesus Christus spricht : Friede sei mit euch ! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Johannes 20,21)

Wenn Jesus seine Freunde (Jünger) in die Welt sendet, geht dieser Beauftragung sein Friedensgruß voraus. Sein Friede ist Inhalt und Erkennungszeichen ihres Auftrages und soll ihr eigenes inneres Leben bestimmen.
Jesus identifiziert sich wie auch in anderen Textpassagen in diesem Vers mit seinem Vater. Er erklärt seinen Jüngern in wessen Vollmacht und Autorität er sein Werk, sein Handeln und Tun erfüllt.
Danach überträgt er den Jüngern die Aufgabe, die gute Botschaft von der Erlösung in der ganzen Welt zu verbreiten. Bei dieser Aufgabe, und natürlich auch bei anderen, die Gott ihnen anvertraut hat, soll ihnen (den Jüngern) bewusst sein, dass sie Macht und Autorität zum Handeln von Gott erhalten haben.
Auch wir, liebe Leser sind beauftragt Gesandte der guten Botschaft zu sein, auch wir haben diese Aufgabe und werden dafür gebraucht.
Wenn Jesus uns beauftragt, möchte er, dass wir aus seinem Frieden heraus in die Welt gehen, dass wir unsere Aufgabe in innerer Konzentration und in äußerer Achtsamkeit erfüllen. Ja, dass auf diese Weise Oasen des Friedens entstehen.
Menschen können und dürfen aufatmen, dürfen sich selbst finden und das Leben aus Gott heraus wahrnehmen wie einen klaren See.
Unsere Aufgabe, unsere Mission ist in jeder Hinsicht eine Friedensmission, denn Gott gibt genug Unterstützung, wenn die Seinen, wenn wir in eine neue Aufgabe hineinwachsen müssen.

Norbert Prey