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Zum Nachdenken – Oktober 2018

05. Oktober 2018|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – Oktober 2018

Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen. (Psalm 38,10)

Es ist doch merkwürdig, wie wenig sich die Welt geändert hat seit der Zeit Davids. Wir werden hier unerwartet Zeugen eines Gesprächs zwischen David und seinem (unserem) himmlischen Vater. Aber haben diese über 3000 Jahre alten Worte für uns heute noch eine Bedeutung?
Für mich zeigt sich in diesem Psalm wieder eine wundervolle Geschichte, wie Gott und Mensch mit Schuld umgehen. Denn die Sünde macht David schwer zu schaffen. Sein Gewissen klagt ihn an; es waren die beschriebenen Pfeile Gottes, die in ihm steckten (V3). Doch statt Gott anzuklagen, steht David für sein eigenes Vergehen, für sein eigenes Tun ein; er gibt seine Schuld unumwunden zu. Zugleich lässt David nicht ab von Gott, er setzt alle Hoffnung auf die Vergebung Gottes.
Auch wir Menschen im 21. Jahrhundert sind nicht frei von Schuld, Verzweiflung und Leid. Am Beispiel Davids sehe ich, wie auch ein bedeutender, von Gott gesegneter Mensch schuldig werden kann. Blicken wir heute in die „Welt dort draußen“, nehmen wir unendlich viel ‚Seufzen‘ in Form von Elend, Angst, Hass, Zerstörung, Ungerechtigkeit und Katastrophen wahr. Viele Menschen zerbrechen an ihrem Schicksal, müssen psychotherapeutisch behandelt werden oder setzen ihrem Leben selbst ein Ende. Der gefallene David öffnet sich für Gott, bringt ihm seine Schuld und lässt in unerschütterlichem Vertrauen und Gebet nicht von Gott ab. Seine Erlösung, seine Heilung, erhofft er sich nur von Gott.
Auch wir dürfen darauf vertrauen, dass unsere Schuld, unsere Fehltritte vergeben werden, wenn wir uns an Gott wenden, uns öffnen mit all unserem Sehnen in der Gewissheit, dass vor Gott kein Seufzen verborgen bleibt, er sieht in unser Herz.David sagt hier: Mein Seufzen bleibt dir nicht verborgen. Und damit zeigt er uns einen begehbaren Weg. Wir dürfen vor Gott seufzen, wir dürfen unser Unvermögen, unsere Kraftlosigkeit vor ihn bringen. Denn er ist immer noch unser Vater im Himmel.
Im Vater Unser lehrt uns Jesus die Bitte ‚Und vergib uns unsere Schuld‘. Aus der erfahrenen Vergebung sollen auch wir vergeben.„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6,36).
Möge uns dieser Aufruf Jesu bei all unseren Begegnungen leiten und führen.

Norbert Prey

Zum Nachdenken – August 2018

14. August 2018|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – August 2018

Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. 1 Joh. 4,16. (1. Johannes 4, 16)

Mit dem „lieben Gott“ haben zahlreiche Menschen ein Problem. Für manche ist es so, dass sie die vielen schreckliche Dinge in dieser Welt oder auch in ihrem eigenen Erleben nicht mit ihrem dahinterstehenden Bild von Gott in Einklang bekommen und meinen, sie können Gott dafür auf die Anklagebank setzen. Die Frage ist jedoch, ob dieses Bild übereinstimmt mit dem Wesen Gottes, wie es quer durch die ganze Bibel, aber auch im Abschnitt des obigen Bibelverses beschrieben wird.
Johannes spricht in diesem Vers eben nicht vom „lieben Gott“ als einem harmlosen und kraftlosen Wesen irgendwo da oben. Vielmehr beschreibt er den Kern seines Wesens – sprich die hervorragende Eigenschaft des lebendigen allmächtigen Gottes, bei dem Liebe nicht nur aus schönen Worten sondern aus der helfenden Tat besteht. So beschreibt Johannes zum Beispiel, wie diese Liebe im Kommen seines Sohnes Jesus in diese Welt konkret und greifbar geworden ist. Gott kommt uns entgegen und riskiert etwas – nein alles für uns: Das Leben seines Sohnes.
Darin hat unser Glaube seine Wurzel, dass Gott bereits gehandelt hat und alles für uns eingesetzt hat, als wir von ihm noch gar nichts wissen wollten. Wenn ich mich in dieser seiner Liebe angenommen und geborgen weiß, dann kann ich ihm auch meine Nöte, Sorgen und Verzweiflung hinlegen, auch und gerade wenn ich sein Handeln nicht verstehe. Dass Gottes Liebe auch ein Ort des Schutzes in solchen herausfordernden Zeiten ist, können viele Menschen aus eigener Erfahrung bezeugen.
Johannes aber bleibt in diesem Zusammenhang nicht bei der Liebe Gottes und unserer Liebe zu ihm stehen. Wenn Gottes Wesen Liebe ist und wir als Nachfolger Jesu von seiner Liebe und seiner Vergebung leben, dann hat das unmittelbare Konsequenzen auf die Beziehung von Mensch zu Mensch. „Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben“ – so schreibt es Johannes in Vers 11 des gleichen Kapitels.
Dies Liebe zieht Kreise – in der Gemeinde, bei den Menschen unserer Umgebung aber auch denen gegenüber, die uns nicht wohlgesonnen sind. Das können wir nicht aus eigener Kraft, nur wenn wir immer wieder neu Gottes Liebe tanken, kann er liebevolles Handeln in uns bewirken. Gott erfülle uns reichlich mit seiner Liebe und verankere uns immer mehr darin, damit wir davon weitergeben an diejenigen, die sie besonders nötig haben.

Henning Knautz

Zum Nachdenken – April 2018

02. April 2018|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – April 2018

Jesus Christus spricht : Friede sei mit euch ! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Johannes 20,21)

Wenn Jesus seine Freunde (Jünger) in die Welt sendet, geht dieser Beauftragung sein Friedensgruß voraus. Sein Friede ist Inhalt und Erkennungszeichen ihres Auftrages und soll ihr eigenes inneres Leben bestimmen.
Jesus identifiziert sich wie auch in anderen Textpassagen in diesem Vers mit seinem Vater. Er erklärt seinen Jüngern in wessen Vollmacht und Autorität er sein Werk, sein Handeln und Tun erfüllt.
Danach überträgt er den Jüngern die Aufgabe, die gute Botschaft von der Erlösung in der ganzen Welt zu verbreiten. Bei dieser Aufgabe, und natürlich auch bei anderen, die Gott ihnen anvertraut hat, soll ihnen (den Jüngern) bewusst sein, dass sie Macht und Autorität zum Handeln von Gott erhalten haben.
Auch wir, liebe Leser sind beauftragt Gesandte der guten Botschaft zu sein, auch wir haben diese Aufgabe und werden dafür gebraucht.
Wenn Jesus uns beauftragt, möchte er, dass wir aus seinem Frieden heraus in die Welt gehen, dass wir unsere Aufgabe in innerer Konzentration und in äußerer Achtsamkeit erfüllen. Ja, dass auf diese Weise Oasen des Friedens entstehen.
Menschen können und dürfen aufatmen, dürfen sich selbst finden und das Leben aus Gott heraus wahrnehmen wie einen klaren See.
Unsere Aufgabe, unsere Mission ist in jeder Hinsicht eine Friedensmission, denn Gott gibt genug Unterstützung, wenn die Seinen, wenn wir in eine neue Aufgabe hineinwachsen müssen.

Norbert Prey

Zum Nachdenken – Februar 2018

28. Januar 2018|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – Februar 2018

Er lebte und arbeitete in einer Gesellschaft, die ihn nicht verstand und zwischen Neugier, Bewunderung, Zweifel und Verachtung hin und her schwankte – aus deren Führungskreisen hohe Persönlichkeiten Steine aufhoben, ihn zu beseitigen (Joh 8.59).

Zu seinem näheren Bekanntenkreis gehörten zwölf Männer, die sich um ihre Berühmtheit Sorgen machten (Mk9.34; Lk9.46; 22.24), deren Selbstüberschätzung sie zu Fall brachte (Mt 26.35ff; Mt 26.15). Diese Crew tat sich schwer mit dem Verstehen und Lernen, so dass Jesus einmal sagen musste: „Wie lange soll ich euch ertragen?“ (Mt17.17).
Die Beziehungen Jesu zu seiner Familie, zu den Menschen seiner Umgebung, zu seinen Freunden waren vielleicht nicht immer nicht das, was wir uns so wünschen würden. Sie wiesen beträchtliche Mängel auf und waren bestimmt nicht immer unkompliziert, erquicklich, liebevoll und schön. Trotz aller enttäuschenden Erfahrungen menschlichen Zusammenseins und krisenreicher Gemeinschaft wandte Jesus sich nicht ab, um seine Ruhe zu haben.

An dem letzten Abend mit seinen Jüngern sagte Jesus zu ihnen: „Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passahmahl mit euch zu essen, bevor ich leide!“ (Lk22.15). Warum sagt er das? Ich denke – weil er sie wirklich liebte und an diesem letzten Abend voraussah, dass durch diese unvollkommenen Menschen die ganze Welt verändert werden würde. Durch sie entstanden Gemeinden – Reich Gottes in dieser Welt – bis heute.

Diese Sehnsucht Jesu soll unseren Blick erhellen für die wunderbare Gemeinschaft, in der wir leben dürfen, obwohl wir uns enttäuschen.
Auch unsere Gemeinde ist eine Fortsetzung von Jesu angefangenem Werk – somit auch eine große Verpflichtung – denn Jesus sagte: „An der Liebe werdet ihr als meine Kinder erkannt“ (Joh 13.35). An der Qualität unserer Gemeinschaft sollen Menschen Jesus entdecken und lieben lernen.

Dietrich Bonhoeffer schreibt in seinem Buch ‚Gemeinsames Leben’: „So ist es in der Zeit zwischen dem Tod Christi und dem jüngsten Tag nur wie eine gnädige Vorwegnahme der letzten Dinge, wenn Christen schon hier in sichtbarer Gemeinschaft mit anderen Christen leben dürfen.“ (S.16).

Ich würde mich so freuen, wenn wir dieses Jahr dazu nutzen, die Gemeinschaft miteinander zu genießen, dafür zu danken und uns gegenseitig zu erbauen – wie Paulus schreibt: „Übrigens, Geschwister, alles was wahr, alles was ehrbar, was gerecht, alles was rein, alles was liebenswert, alles was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, das erwägt!“ (Phil 4.8).

Auch wir feiern bald das Passah miteinander – auch wir dürfen uns mit Sehnsucht danach sehnen – und vorausschauen auf das Werk, das Jesus durch uns unvollkommene Menschen noch tun wird – um Sein Reich in dieser Welt zu bauen. Lasst uns lieben, weil Christus uns zuerst geliebt hat.

Eva Maria Trapp

Zum Nachdenken – Oktober 2017

02. Oktober 2017|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – Oktober 2017

Wie freuen sich wohl Engel? Da lernt einer unseren Gott kennen, versteht plötzlich was Jesus für ihn getan hat und erklärt Gott zum Chef in seinem Leben. Da ist Party im Himmel. Ich glaube das, was da ageht, können wir uns nur schwer vorstellen. Vielleicht vergleichbar mit einer großartigen Hochzeit: mit bester Musik, bestem Essen, schönstem Ambiente und Tanz bis in die Nacht. So, nur tausendmal besser.
Da fliegen Engel in Loopings durch die Gegend, singen sechsstimmig Lieder, haben Muskelkater vor Freude, rufen sich gegenseitig immer wieder zu was passiert ist und können es vor Freude nicht fassen. Und Gott schmeißt mit Freudentränen in den Augen, Konfetti aus Diamanten um sich. Ja. So sieht vielleicht eine Party im Himmel aus. Und das alles „nur“, weil sich EINER entschieden hat umzukehren. Krass, oder?

Man, Gott freut sich so übermäßig über jeden einzelnen „Mini-Menschen“. ER hat sich so sehr über dich gefreut, als du den Schritt gewagt hast. Und weißt du was: der GANZE HIMMEL hat mitgefeiert! Weil DU „Ja“ zu diesem Gott gesagt hast.

Auch wenn das für uns unbegreiflich klingt und wir es nicht verstehen können: Gott kennt dich.

Gott kennt jeden Einzelnen auf dieser ganzen Erde. Jeder, der schon auf dieser Welt gelebt hat, jeder, der gerade hier lebt und auch jeden, der noch geboren wird. Und Gott lässt keinen aus.

Warum also, beten wir nicht für mehr Partys? Warum bitten wir Gott nicht darum, der ER für die Menschen in unserem Alltag auch eine Party im Himmel schmeißt? Schließlich kennt Gott deine Freundin, deinen Kumpel, deine Tante, deinen Arbeitskollegen und auch die Kinder deiner Nachbarn. ER weiß was sie brauchen und was sie gerade bewegt. Gott allein kann es möglich machen, dass ein Mensch umkehrt. Lasst uns dafür beten, dass noch mehr Menschen erkennen WER dieser Gott ist und lasst und dafür beten, dass die Partys im Himmel nicht aufhören!

Anne Schlingheider

Zum Nachdenken – August 2017

12. August 2017|Kommentare deaktiviert für Zum Nachdenken – August 2017

In der Apostelgeschichte findet sich dieses starke Glaubensbekenntnis von Paulus. Er steht einmal mehr vor einem Tribunal und muss/darf seinen Glauben
und sein Tun rechtfertigen. Und so erzählt er frei und ohne Angst was ihm widerfahren ist. Wie Jesus ihm persönlich begegnete und ihn vom Christenverfolger
zum Christusnachfolger machte. Er versucht seinen Zuhörern darzulegen, wie schon die alten jüdischen Prophetien auf den Messias hinweisen und wie sich diese in Jesus Christus erfüllt haben. Seine Zuhörer waren Festus, römischer Statthalter jemand, der nicht den jüdischen Glauben teilte, sowie König Agrippa, jemand, der den Propheten glaubte.

Während der ungläubige Festus nur sagen konnte, „Paulus, du bist von Sinnen“, so schien doch Agrippa die Schlussfolgerungen und Berichte des Paulus
zu verstehen, als er sagte, „Es fehlt nicht mehr viel, so wirst du mich noch überreden und einen Christen aus mir machen.“ Die Botschaft vom gekreuzigten
und auferstandenen Christus – den einen eine Torheit, den anderen eine lebendige Hoffnung.

Das erinnert mich an ein (ausdruck)starkes Lied, von dem ich Euch den, frei übersetzten, Refrain mitgeben möchte.

Auf dass unser Glaube ebenso fest und unerschütterlich ist, wie der von Paulus.

Orge Balack

So töricht für menschliche Weisheit
Aber für deine Kinder
ist es Leben und Macht:
Wir predigen Christus als gekreuzigt.
Es ist der einzige Weg
um Seelen zu retten
die in die Irre gegangen sind.
Wir predigen Christus als zum Leben erweckt.
Jetzt herrscht er,
setzt sich für uns ein, bis Er wieder kommt.
(Christ Crucified von Lou Fellingham)